Mallorca Singlereise

Auszug aus meinem Bestseller Buch "100 MIESE DATES und die Suche nach der Liebe" zu Singlereisen und Singleberatung

Mein geplanter Single Entspannungsurlaub auf Mallorca kostete mich mit Ende Zwanzig viel Schlaf. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen es bei Strand, ausruhen und essen zu belassen. Ich reiste einige Tage in den Nordosten der Sonneninsel, wo es ruhiger zugehen sollte als in El Arenal, Ballermann und Party Singleurlaub. Ich hätte es besser wissen müssen. Schon beim Hotelfrühstück wurde mir ein Sitznachbar zugeteilt und es wurde nichts aus meinem gemütlichem Single Frühstück. Eine Dating Single Strategie des Hotels? Mein Bestreben, Männer kurz vor dem Rentenalter zu daten, wollte ich mir für später aufheben, wenn mir meine Brüste bis zu den Knien hingen. Der Mann hatte bereits mit Ende fünfzig ein Gebiss und er schnalzte damit beim Essen. Das war es mit meinem Appetit. Ich versuchte, meine Ruhe am Strand zu finden. Kaum lag ich im Sand, sprach mich ein Lifeguard an. Aber nicht so ein knackiger muskulöser mit Öl eingeschmierter sexy Guard. Eher einer mit langen zotteligen Haaren und Bierbauch. Er versprach mir eine Eintrittskarte für eine tolle Party. Ein großartiges Event, dass nur einmal im Jahr stattfinden würde. Am Abend alleine im Hotel abzuhängen, erschien mir etwas öde und ich sagte zu. Ich war gespannt, wo das Spektakel stattfinden würde. Wir gingen in einen Billard-Club! Kein DJ, keine Clubgäste. Es gab keine Party! Lediglich ein Vorwand, um ein Date mit mir zu ergaunern.

 

Da ich schon mal da war, zockte ich eine Partie Billard mit ihm. In meiner Jugend trieb ich mich oft mit Profis in Billard-Clubs rum und 9-Ball weckte alte Erinnerungen. Mein eingerostetes Können reichte aus, um mit ihm kurzen Prozess zu machen. Er spendierte mir einen Cocktail und da wir uns nur auf Englisch unterhielten, wollte er das deutsche Wort für „Cheers“ wissen. Ich erklärte ihm, dass sich das im Deutschen nur mit einem kleinen Satz übersetzen ließe:

„Hopp hopp, rinn in de Kopp“.

Ob „Sweet-Haselhoff“ heute noch deutschen Single-Gästen so zuprostete? Auf das Baywatch-Schock-Erlebnis musste ich am nächsten Tag shoppen gehen. Ein neuer Bikini musste her und der Verkäufer begann, mit mir zu handeln. Normalerweise lief das Handeln eher umgekehrt, und der Kunde startete mit dem Versuch den Preis zu drücken. Das kam mir spanisch vor.

„Du bekommst für Zehn statt Zwanzig. Und nix Euro zahlen, wenn mir Kuss geben!“ Das war ja mal ein Angebot. Auf was für einer Insel war ich? Porno-Island? Bezeichnenderweise hatte der Bikini einen Aufdruck mit „do not touch“. Ich nahm mir den Slogan zu Herzen und drückte ihm das Geld in die Hand. Den Kuss konnte er sich woanders abholen.

„Geschenk, wenn Kuss bekomme!“,  rief er mir hinterher, als ich den Laden verließ. Die Option, mich für Massenware zu prostituieren klang zwar verlockend, aber erst wenn der Baywatch-Star wieder jung, knackig und sein Name David war? Eine einsame ruhige Nacht im Hotel klang viel attraktiver und ich legte mich früh schlafen. Ich versank in angenehme Träume, bis mich die Beats der hundert Meter entfernten Partymeile weckten. Das durfte nicht wahr sein, kam ich wirklich nicht zur Ruhe? Dann ging ich eben doch feiern! So ein Ärger. Ich hatte keine Wahl. Bei dem Radau zu schlafen, war ohnehin aussichtslos. Mit meinem leicht südländischen Aussehen konnte ich mich im Getümmel unbeschwert ohne Baggerattacken bewegen, da man mich für eine Einheimische hielt. Ich wischte mir den Schlaf aus den Augen, warf mich ins Partyoutfit und begab mich in den nächstgelegenen Club. Dort lernte ich Sandra kennen. Sie verreiste mit ihrer Mutter und zog nachts alleine um die Häuser. Wir tanzten, lachten, flirteten mit den Männern und verstanden uns hervorragend. Auf dem Weg nach Hause begegneten wir zwei Polizisten: dein Freund und Helfer! Aber wir wägten uns nur kurz in Sicherheit. Die beiden begannen, uns zu bedrängen und wollten uns an den Strand zerren. Wir bekamen Panik, befreiten uns von ihnen und liefen die Straße hinauf. Unsere Hotels lagen zwar in entgegengesetzter Richtung, aber wir wollten uns auf keinen Fall trennen. Nach zehn Minuten fühlten wir uns sicher und wir verabschiedeten uns. Am nächsten Abend stand mein Rückflug an und für einen geplanten erholsamen Urlaub hatte ich mehr als genug erlebt. Ich betrat den Flieger und suchte irritiert nach meinem Sitzplatz. Ich zeigte der Stewardess meinen Zettel mit der Sitzplatznummer: „Entschuldigung, ich kann meinen Platz nicht finden.“

 

„Das ist richtig. Sie wurden wegen Überbuchung der Maschine als Alleinreisende in die Business Class upgegradet. Bitte folgen Sie mir.“

 

Ich lief ihr in den kleineren abgetrennten Bereich hinterher und setzte mich in den großen beigen Ledersessel. Per Knopfdruck fuhr die Beinstütze nach oben, bis ich darin bequem liegen konnte. Endlich Entspannung. Bei meinem nächsten Urlaub konnte von Entspannung gar keine Rede sein, der sollte nochmal ganz anders verlaufen...

 

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